Entweder man wird sie lieben oder man wird sie hassen. Die Insel, aus Feuer und Eis. Was erwartet einen in einem Land wo die größten Gletscher Europas das Landschaftsbild nicht minder prägen, als die unzähligen Vulkankrater, die das Land besiedeln. Findlinge am Wegesrand beherbergen Elfen. Ja es gibt sie wirklich. Auch die ersten menschlichen Bewohner der Insel, die Wikinger, spürten die Anwesenheit der Naturgeister und lehrten ihren Kindern stets den Respekt vor den Herrschern dieser rauen Natur. Was für die Elfen die Alfaborg (die Hauptstadt der Elfen) ist, war für die frühen Bewohner Islands Pingvellir. Historischer Versammlungsplatz. Hier wurden Gesetze erlassen, Neuigkeiten ausgetauscht und Feste gefeiert. Steht man mitten im Zentrum dieser Ebene, der Almannagjá, kann mit etwas Glück das rege Treiben aus vergangen Zeiten spüren. Und schließt man für einen Moment die Augen, sieht man nebst Zelten und etlichen Feuerstellen die Wikinger in kleinen Grüppchen oder beim Einkaufen entlang dieser mächtigen Schlucht. An keinem anderen Ort bisher konnte ich die Vergangenheit so intensiv nachempfinden wie hier in Pingvellir.
“Pingvellier zu sehen ist eine Weltreise wert.” Lord Dufferin
Island zu erleben hieß für mich vor allem, die Natur zu entdecken und die Heimat meines Pferdes kennen-zulernen. Eine 7-tägige Reittour führte mich an die einsamsten Winkel der Insel. Auf dem Rücken der Vierbeiner gelangte ich an verlassene Buchten, über hohe Pässe. Die Insel auf diese Art zu erforschen ist ein ganz besonderes Erlebnis. Unerschrocken und beeindruckend trittsicher meistern die kleinen Islandpferde alle Schwierigkeiten der rauen Natur. Für mich war es ein unvergessliches Abenteuer.
10 Tage durfte ich Island erleben. Und ich habe es lieben gelernt.